RÜCKBLICK: "Judentum live erleben – im Mittelpunkt der Schabbat“
Mit einem herzlichen „Schalom aus Jerusalem“ startete am Dienstag, 25. November 2025, der Unterricht mit einem besonderen Zoom‑Meeting: „Judentum live erleben – im Mittelpunkt der Schabbat“. Die Jahrgangsstufe 10 der Eichendorffschule in Kelkheim erhielt dabei einen unmittelbaren Einblick in die religiöse Praxis und Lebenswirklichkeit des heutigen Judentums — live zugeschaltet aus Israel.
Der Vortragende, Herr Yehuda, begrüßte die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler aus Jerusalem. Yehuda, der ursprünglich aus der DDR stammt und vor mehr als zwanzig Jahren nach Israel auswanderte, verband in seinem Beitrag fachliche Informationen mit persönlichen Erzählungen. Er konvertierte zum Judentum und heiratete eine Jüdin. Yehuda erklärte zentrale Elemente des Schabbats und zeigte anschauliche Beispiele aus dem Familienalltag in Jerusalem. Dies machte die Inhalte greifbar und sorgte für viele Nachfragen seitens der Schülerinnen und Schüler. Ein besonderes Highlight des Vortrags war Yehudas interreligiöser Blick: immer wieder stellte er Bezüge zwischen Judentum, Christentum und Islam her und betonte gemeinsame Traditionen sowie ethische Grundhaltungen der drei abrahamitischen Religionen. Dadurch wurde den Schülerinnen und Schülern deutlich, wie viel Verbindendes zwischen den Religionen besteht und wie wichtig Dialog und gegenseitiges Verständnis sind.

Auch aktuelle politische Entwicklungen wurden nicht ausgespart: In einem offenen Austausch fragten die Teilnehmenden nach den Auswirkungen des Krieges im Gazastreifen auf das tägliche Leben in Jerusalem. Yehuda berichtete aus erster Hand über konkrete Veränderungen und Herausforderungen, die sich für Menschen vor Ort ergeben.
Das Projekt wurde durch die Taunus Sparkasse gefördert und ermöglichte damit eine seltene, direkte Begegnung über Länder‑ und Religionsgrenzen hinweg. Lehrkräfte wie Lernende betonten anschließend den Gewinn: Die Veranstaltung habe Vorurteile abgebaut, das Verständnis für religiöse Vielfalt gestärkt und Brücken zwischen den Kulturen gebaut.
Die Eichendorffschule plant, ähnliche digitale Begegnungen als festen Bestandteil des Unterrichts beizubehalten, um interkulturelles Lernen auch künftig praxisnah zu vermitteln.
(Katharina Buberl)