Wenn der Vater mit der Tochter . . .

logo_presse_hk vom 11.12.2014

Zwei Familien-Gespanne sorgten beim Konzert der EichendorffschĂĽler mit dem Blasorchester St. Dionysius fĂĽr eine besondere Note.

28 Schüler, die gerade mal seit einem Jahr ein Instrument spielen, ein anspruchsvolles Programm und nur zwei gemeinsame Proben mit dem kooperierenden Ensemble — das Adventskonzert zum Mitsingen in der Pfarrkirche St. Dionysius verlangte den Mitwirkenden einiges an Gelassenheit und Selbstvertrauen ab. Aber es lohnte sich: Das Blasorchester St. Dionysius und die Bläserklasse der G 6b der Eichendorffschule präsentierten ein schönes und abwechslungsreiches Konzert, das die Besucher ins Staunen und vor allem auch ins Mitsingen versetzte.

Unter der Leitung von Musa Malikov und der Lehrerin Kirsten Georgi, ließen die beiden Ensembles getrennt, aber auch immer wieder gemeinsam, ihre Posaunen, Tuben, Saxophone und anderen Instrumente erklingen und zauberten eine schöne, weihnachtliche Stimmung in das Gotteshaus. Die Klänge von „Es ist ein Ros entsprungen“, „Tochter Zion“, „Kommet, ihr Hirten“ und anderen schönen Liedern erfüllten die Kirche. Das Publikum quittierte so viel Empathie und gute Leistung mit lautem Applaus und Ovationen am Schluss. Angesichts der Kraft und Lautstärke der Bläser sangen die Zuschauer allerdings anfangs nur zaghaft mit. Dies steigerte sich jedoch im Verlauf des Abends.

Jochen Ballach, Mitorganisator und Tubist im Blasorchester, war sehr zufrieden: „Es lief sehr gut“, sagte er. Die Schüler seien sehr konzentriert gewesen. Dieses Projekt ist gewissermaßen Teil der Nachwuchsarbeit, die das Blasorchester St. Dionysius vermehrt angehen will. Ballach hatte die Schulklasse bei einer Probenfreizeit begleitet und so den Kontakt zum Blasorchester, in dem er selbst mitspielt, hergestellt.

Der Klang der Tuba

Für den Kelkheimer war es jedoch vor allem auch deshalb ein besonderes Konzert, da er so gemeinsam mit seiner Tochter Alina, die in jene G 6b der Eichendorffschule geht, auf dem Podium saß. Die Elfjährige hat sich ebenfalls für die Tuba entschieden und zählt damit zu den wenigen Mädchen, die dieses Instrument gewählt haben. Der Grund liegt für die Sechstklässlerin auf der Hand: „Sie hat einen ziemlich schönen Klang und Rhythmus.“ Da sei ihr die Wahl nicht schwer gefallen. Aber klar: Einen gewissen Einfluss hatte es schon, dass ihr Vater ebenfalls Tuba spielt und sie mit dieser Musik aufgewachsen ist.

Alina und Jochen Ballach waren nicht das einzige Vater-Tochter-Gespann unter den gut 50 Musikern. Auch Jana und Holger Kutzner spielten zusammen. Aus der Sicht von Ballach ist es erstaunlich, dass überhaupt so viele Schüler an dem Konzert mitwirken konnten. „Die sind schon sehr weit für eine 6. Klasse“, lobte er. Den Erfolg schreibt Alina wiederum ihrer Lehrerin Kirsten Georgi zu. Die sei wirklich ganz nett und könne toll unterrichten, erzählt die Schülerin. Dass die Jungs und Mädchen der Eichendorffschule bei ihrem ersten großen Auftritt dennoch aufgeregt waren, versteht sich fast von selbst. Dass man es den jungen Musikern nicht angemerkt hat, war wiederum beeindruckend.

(Melanie Taylor)