Junge Verleger nach SprachhĂĽrden auf gutem Weg

logo_presse_hk vom 20.02.2016

Die Schülerfirma „Recigees“ von der Eichendorffschule will ihr Buch mit Rezepten und Geschichten von Flüchtlingen bald fertigstellen.

Ein Buch mit Gerichten und Geschichten — das war die Idee einer Schülergruppe der Eichendorff-Schule (EDS), die als Teilnehmer des „Junior“-Wirtschaftsprogramms ein eigenes Start-Up-Unternehmen ins Leben riefen. Der Name der Firma leitet sich aus der Idee ab: „Recigees“ — eine Verschmelzung der englischen Begriffe „Recipes“ (Rezepte) und „Refugees“ (Flüchtlinge). Gemäß der „Junior“-Regeln durften die 14 Jungunternehmer zur Finanzierung ihres Buches im vergangenen Jahr 90 Anteilsscheine zu je 10 Euro ausgeben. Zuletzt hatten sie zur ersten Hauptversammlung in die EDS geladen, um die Anteilseigner auf dem Laufenden zu halten.

Für die rund 40 Besucher der Versammlung hatte „Recigees“-Vorsitzende Simone Kuhn, die gleichzeitig ihren 16. Geburtstag feierte, eine erste Erfolgsmeldung parat: Der Aktienkurs stieg bisher auf über 13 Euro an. „Das kommt zugegebenermaßen aber daher, dass wir bisher recht wenig Ausgaben hatten“, erklärte Kuhn. Bisherigen Einnahmen von 1238 Euro aus der Aktienausgabe, Anzeigenschaltung und Vorverkäufen standen am Tag der Versammlung nur 66 Euro an Ausgaben gegenüber. Das Buch mit dem geplanten Titel „Grenzenlos“ hat nach der Planungs- inzwischen die Layoutphase erreicht. Die Kommunikation mit den Flüchtlingen, die einige Schüler etwa in Ruppertshain besuchten, gestaltete sich schwieriger als gedacht. „Gerade die Sprache ist da ein großes Problem gewesen“, sagt die Stellvertretende Vorsitzende Lisa Henties, „aber auch einfache Dinge, wie etwa Mengenangaben bei den Rezepten“.

Recigees 02-2016

Motivierte Jungunternehmer an der Eichendorffschule in MĂĽnster: 
Das ist die „Belegschaft“ der Schülerfirma „Recigees“.

Ursprünglich wollte man um die 50 Gerichte und dazugehörige Geschichten im Buch abdrucken, nun, da die Zeit langsam knapp wird, korrigiert man das Ziel auf 30 bis 40 Beiträge. Im Juni muss das Jungunternehmen laut „Junior“-Statuten wieder aufgelöst werden. Daher hat sich Team einen strikten Zeitplan gesetzt. „Bis Ende Februar müssen wir das Buch fertig stellen“, sagt Kuhn, „damit wir es Mitte März in den Druck geben können“. Gefunden haben sie einen Künstler, der sich um das Layout des Umschlages kümmern wird. Einen ersten Entwurf des Karikaturisten Hussam Sara, selbst 2014 als Flüchtling aus Syrien nach Frankfurt gekommen, konnten die Junior-Unternehmer bereits präsentieren.

Dass sie solche Kontakte knüpfen konnte, sieht Projektpate Roland Struwe als einen der großen Vorteile des Projekts. „Da musste man die Kontaktscheu ablegen und zum Telefon greifen, weil es für das Gelingen des Projekts eben notwendig war“, sagt der Lehrer, der einst als Schüler selbst am „Junior“-Programm teilnahm. „Außerdem bekommen die Schüler Erfahrungen im Konfliktmanagement, der Teamarbeit und bei der Zeiteinteilung“, ergänzt er. „Es war bisher eine große Aufgabe“, ergänzt Lisa Henties, „aber Probleme gelöst zu sehen, hat riesigen Spaß gemacht.“ Diese Einstellung gilt es nun in die heiße Phase mitzunehmen.

(rk)