Zeitzeugengespr├Ąch Dez 2014-k

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Zeitzeugengespr├Ąch

Wie erlebten ÔÇ×GemeinschaftsfremdeÔÇť die Nazi-Diktatur und was f├╝r Erfahrungen haben verschiedene Personen im "Dritten Reich" gemacht?

Um diese Fragen zu kl├Ąren und Einblicke in die Schreckensherrschaft unter Hitler zu geben, fand am Dienstag, 02.12.2014, im Rahmen des Geschichtsunterrichts ein Zeitzeugengespr├Ąch f├╝r alle Sch├╝lerinnen und Sch├╝ler der Stufe Q3 statt. Organisiert wurde die Veranstaltung von Geschichtslehrer Roland Struwe in Kooperation mit Melanie Ziegler von der Katholischen Fachstelle f├╝r Jugendarbeit Taunus sowie Alexander Mack vom Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) in Limburg.

Nach einer kurzen Begr├╝├čungsrunde in der Aula der Eichendorffschule Kelkheim wurde die Stufe aufgeteilt, um in kleineren Gruppen den Berichten der verschiedenen G├Ąste zu lauschen. Bereits im Vorfeld konnten die Sch├╝lerinnen und Sch├╝ler einen Zeitzeugen-Wunsch ├Ąu├čern, der dann nach M├Âglichkeit ber├╝cksichtigt wurde.

Die f├╝nf anwesenden Zeitzeugen konnten alle sehr unterschiedliche Erfahrungen aus ihrem Leben im "Dritten Reich" vorweisen und berichteten auf ihre ganz eigene Weise von der damaligen Zeit.

So erz├Ąhlten die Geschwister Frau Rose und Frau Strau├č, wie es ihren Eltern, welche als Roma von den Nationalsozialisten verfolgt wurden, erging. Wurden die beiden gl├╝cklicherweise selbst nicht in ein Konzentrationslager deportiert, konnten sie dennoch authentisch von den einschneidenden und traumatisierenden Erfahrungen ihrer Eltern berichten.


Zeitzeugengespr├Ąch 2014


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Herr Gerhard Veidt konnte unter anderem die Eindr├╝cke seines Vaters schildern. Dieser war seinerzeit evangelischer Pfarrer in der Frankfurter Paulskirche und stand der den christlichen Lehren widersprechenden NS-Ideologie sowie dem Regime somit ├Ąu├čerst kritisch gegen├╝ber.

Frau Lilo G├╝nzler hat eine j├╝dische Mutter und einen nicht-j├╝dischen Vater und galt im "Dritten Reich" somit als ÔÇ×Mischling 1. GradesÔÇť. Als getaufte J├╝din erlebte sie im Alter von nur f├╝nf Jahren die Zerst├Ârung der Synagoge am B├Ârneplatz in Frankfurt der Novemberpogrome im Jahr 1938. Sie schilderte die ersch├╝tternden Erlebnisse der systematischen Ausgrenzung ihrer Familie bis zur Deportation ihrer Mutter und ihres Bruders nach Theresienstadt kurz vor Kriegsende. Ihr Buch ÔÇ×Endlich redenÔÇť ist seit Januar 2011 erh├Ąltlich.

Aus einer v├Âllig anderen Perspektive wusste Herr Richard Rudolph zu berichten. Als Jugendlicher z├Ąhlte er zu den vielen Anh├Ąngern der NS-Ideologie, erkannte sp├Ąter jedoch, dass er falsch lag. Er konnte somit seine Erlebnisse aus dem Alltag im "Dritten Reich" als Mitglied der Volksgemeinschaft darlegen.

Nach den Berichten folgten noch eine kleine Fragerunde sowie ein kurzes Abschluss-gespr├Ąch in der Aula.

Alles in allem war das Zeitzeugengespr├Ąch eine sehr interessante Veranstaltung, welche tiefe und ersch├╝tternde Einblicke in die Zeit des "Dritten Reichs" gegeben und das Bewusstsein f├╝r diese gest├Ąrkt hat. Dieser finstere Abschnitt in der Geschichte Deutschlands muss auf jeden Fall in den K├Âpfen der Menschen bleiben, denn wer die Vergangenheit vergisst, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.

Frank Kuhn